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Pongoland - Der Name ist Programm

Als ich gefragt wurde, ob ich mit dem Biologiekurs mit ins Pongoland fahren wolle, hielt sich meine Begeisterung vorerst in Grenzen. Aber Unwissenheit war die Ursache für meine Verwirrung: Pongo heißt nämlich "Menschenaffe". Demzufolge machte ich mich doch mit meiner Biolehrerin Frau Lamfried auf den Weg nach Leipzig und in den dortigen Zoo, der uns ein neues Menschenaffengehege vorzustellen hatte.

das Gehege


Das große Areal sieht natürlich aus, ist es aber ganz und gar nicht. Die vorgeblichen Felsen bestehen aus Beton, und auch der Boden, der absichtlich mit Abdrücken aller Art versehen ist, läßt vermuten, daß die Hersteller eher auf Effekt als auf Praktikabilität aus sind. Es ist erstaunlich: Während in anderen Einrichtungen die Rücksicht auf Rollstuhlfahrer gerade hergestellt wird, hat man hier darauf durchgängig verzichtet. Doch in anderen Fragen enttäuschte das Gehege nicht. Der große überdachte Bereich brachte uns die Lebensweise vieler verschiedener Menschenaffen näher, die jeweils ihr eigenes weiträumiges Terrain hatten, um darin herumzubaumeln. Die tatsächlich starke Menschenähnlichkeit brachte immer wieder zum Lachen, aber wenn man Konrad Lorenz Glauben schenken darf, war es wohl eher ein Lachen über uns selbst als über die Tiere. Wenn die jungen Affen, jeweils den Arm über des anderen Schultern geschwungen haben, bis auf wenige Zentimeter auf einen zukommen und scheinbar grinsen, dann ist das schon ein erheiternder Anblick.

ein paar Gruppenteilnehmer und ein Affe


Glücklicherweise konnten wir auch an der Führung einer sachkundigen Wissenschaftlerin des dortigen Max-Planck-Instituts teilnehmen. Sie erzählte uns unter anderem, daß Orang-Utan-Männchen so lange "weibchenähnlich" bleiben, bis sie selbst das Oberhaupt der Gruppe annehmen. Der Unterschied zwischen einem Alphatier und einem niedrigeren ist erstaunlich: während das rangniedrigere Tier keine besonderen Merkmale aufweist, hat der Rundelführer seltsam aufgeblähte Wangen, langes Fell und ist wesentlich größer. Bis heute weiß man noch nicht, wie es zu dieser plötzlichen Änderung beim Wechsel des Ranges kommt.

das ist das Alphatier


Nachdem wir alle unser Wissenbedürfnis gestillt hatten und sich die Leistungskursteilnehmer auch noch ein paar Notizen gemacht hatten, war der Nachmittag frei zum eigenen Erforschen der Umgebung. Aufgrund etwas unangenehmen Wetters hieß das für mich zwar vorrangig in einigen Buchhandlungen und Cafés zu verweilen, aber dennoch war es ein schöner Tag. Also, was ich damit sagen wollte: Wenn ihr mal in Leipzig seid, seht euch die Affen an.

Herumbaumeln




VORSICHT!


Womit spritzt der?

Comments

( 3 Kommentare — Kommentieren )
chaos_pandorah
Dec. 8th, 2002 11:25 am (UTC)
*lol* Vermutlich, wenn er sich voll Karacho in das Wasserbecken hinter dem Schild stürzt. ^_~
seidenstrasse
Dec. 8th, 2002 12:02 pm (UTC)
Aber im Winter zumindest ist es nur mit Sand gefüllt, deswegen ist der Zusammenhang nicht unbedingt da gewesen...
kutschis
Dec. 8th, 2002 12:21 pm (UTC)
Na ja, die werden's nicht extra im Winter abnehmen, zumal's sich auch mit Sand klasse spritzen lässt, wenn Herr Tiger buddeln sollte. ^_~
( 3 Kommentare — Kommentieren )