Nora (seidenstrasse) wrote,
Nora
seidenstrasse

Ankunft (22. Maerz)

Bevor meiner Immatrikulation an der FU war ich überzeugt davon, daß Kaffee überschätztes Teufelszeug sei, das, ähnlich wie Zigaretten, nur dem helfe, der sowieso schon abhängig davon sei. Zwei Wochen dann nach Beginn des Propädeutikums und meiner Arbeit am JDZB war es dann soweit, daß ich mir das erste Mal eine Tasse Kaffee kaufte - und auf diesem Wege das erste Unijahr überstand.

Nun sitze ich auf dem Narita-Flughafen in Tokyo und freue mich mal wieder, daß es Kaffee gibt. Bis eben saß ich nämlich noch erschöpft neben einem Blumenarragement und fragte mich, wie um Himmels willen ich die drei Stunden bis zu meiner Weiterfahrt im Bus über die Runden bringen sollte. Nach gut zwanzigminütigem Starren kam die rettende Idee, ein Café aufzusuchen und siehe da: Die Lebenskräfte sind zurück. Das ist auch gut für den Jetlag, denn gerade ist es zwischen drei und vier Uhr nachts in Deutschland, also nicht meine Lieblingszeit für Aktivitäten aller Art.

Das letzte Mal war ich ziemlich genau vor acht Jahren in Tokyo, damals mit einem Politikaustausch zwischen Berlin-Mitte und Tokyo-Shinjuku. Mit 18 Jahren und ohne ein Wort Japanisch zu verstehen war das eine höchst beeindruckende Erfahrung, die ich nicht missen möchte, auch, wenn es heute viel entspannter ablaufen konnte. Als Ausgleich dafür war aber auch ein Stück des Zaubers weg, den so eine erste Reise, zumal in jungem Alter, mit sich bringt. Wenn man auf einmal (na gut: fast) alles lesen und verstehen kann, sind die Geschäfte und Leute natürlich nicht mehr so geheimnisvoll wie einst. Aber ich freue mich natürlich sehr auf den Monat hier und natürlich auf Schoko, die ich ein Jahr lang nicht gesehen habe.

Mein Hinflug lief über SAS mit Zwischenstop in Kopenhagen, dem teuersten Flughafen der Welt (eigene Statistik). Ein Bekannter, der zufällig im selben Flugzeug ebenfalls nach Japan gereist ist, hat für sein Mittagessen 33 Euro bezahlt. (Unsereins kann sich sowas nicht leisten bzw. spart lieber auf Sushi, Tempura, Ramen etc.)




Der gesunde Grüner-Tee-Baumkauchen darf natürlich nicht fehlen.
Tags: japan2010
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