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Auf Wiedersehen, Herr Haar

Was macht man, wenn man gerade seine HSK-Prüfung versemmelt hat? Richtig, man fährt mit der Mitbewohnerin in die Stadt, um Pekings Feinkostangebote auszureizen.



Die U-Bahn ist nicht nur billiger, sondern auch schöner geworden. Für 20 Cent kann man so lange und wohin man möchte fahren. Das U-Bahn-Netz auf der Fahrkarte ist aber utopisch; es zeigt vielmehr, was in Arbeit ist.


Ziel unser Reise waren in erster Linie diese Nudelsuppen: Kitakata-Ramen (喜多方ラーメン), die aus einem Gebiet aus Fukushima, der Heimat meiner Mitbewohnerin, stammen. Die Reise hatte sich schon gelohnt.


Für all die anderen Spezereien, derer man auf der berühmten Straße Wangfujing habhaft werden kann, hatten wir leider keinen Platz mehr.

In der riesigen Einkaufspassage Oriental Plaza fand sich endlich ein Kleid, das gut aussah und sich mit meinem Körper vereinbaren ließ. Natürlich kostete es 350 Euro und blieb daher weiterhin im Laden. Das Leben ist nicht sehr gerecht. Möglicherweise lasse ich mir etwas schneidern, das dem dort Gefundenen aber wohl nicht wird gerecht werden können. (Ein spanischer Bekannter hier, der Deutsch gelernt hat, sagte mir, seine Lieblingseigenschaft der deutschen Sprache sei die Anhäufung von Verben am Ende eines Satzes. Ich kann das verstehen.)


Auf dieser Straße gibt es auch zwei sogenannte Internationale Buchläden, was bedeutet, daß man dort auch japanische und englische Bücher kaufen kann. Die deutschsprachige Ausbeute kann man hier bewundern: Ein Ingrid-Noll-Roman, ein Donna-Leon-Roman und dann zwei Ausgaben des schönen Buches "Arbeitsrecht in den neuen Bundesländern". Ich wußte gar nicht, welches ich zuerst kaufen sollte!


Hier ein paar schöne japanische Magazine.


Zu Abend aß man Chinesisch. Daraufhin wollte sich Shoko, die nächste Woche fliegt, noch einmal vom Platz des Himmlischen Friedens verabschieden, weswegen wir zu Fuß die Reise dorthin antraten.


Hier ein Abschiedsphoto. Das war aber noch nicht das Ende des Abends! Denn ich machte den unvorsichtigen Vorschlag, doch mit dem Bus nach Hause zu fahren, damit Shoko noch etwas von Peking sehen könne. Ja, das sei eine gute Idee, sie würde gerne in der Station Xidan einsteigen - die, wie ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wußte, eine knappe Stunde Fußmarsch entfernt lag. Als wir endlich doch ankamen, war es kurz vor 11 und unser Bus schon abgefahren. Wir stiegen in den nächstbesten in unsere Richtung und fuhren bis zur Endstation, wo wir auf den letzten Bus warteten, der zu Beida fuhr. Der kam dann auch um 0:00 Uhr und wir kamen irgendwie doch noch zu Hause an. Auf dem Weg von der Busstation zum Wohnheim überraschte uns ein Regensturz, so daß wir gar nicht mehr duschen mußten, was ja auch gut war, denn im Shaoyuan gibt es schließlich um 0:30 Uhr kein warmes Wasser mehr.

Comments

hawkbit
Jun. 25th, 2008 01:01 pm (UTC)
"Arbeitsrecht in den neuen Bundesländern"
Mein Vorschlag:
Kauf doch gleich beide Exemplare dieses schönen Buches und schenke sie je einer Freundin/einem Freund aus Japan bzw. China, die beide Deutsch studieren. Bitte sie um die Übersetzung eines ausgwählten Paragraphen ins Deutsche sowie um einen Kommentar zur Auslegung des Textes. Das sollte doch für alle Beteiligten recht lehrreich sein.
seidenstrasse
Jun. 25th, 2008 01:08 pm (UTC)
Re: "Arbeitsrecht in den neuen Bundesländern"
Mal sehen, ob die danach noch meine Freunde sind!
schatzgardist
Jun. 25th, 2008 01:58 pm (UTC)
Re: "Arbeitsrecht in den neuen Bundesländern"
mein Schafgarbenorakel sagt dazu:
歸妹 (gui mei)
Oben das Zhen, das Erregende, der Donner;
unten da Dui, das Heitere, der See

also ein verheerend öhm... gutes Omen

Hab mich heute mal mit meinem Tandem am 易經 versucht... selbst mit einem sehr, sehr dicken Wöterbuch bei der Hand hatten wir stellenweise richtige Schwierigkeiten die Richard-Wilhelm-Übersetzung nachzuvollziehen. Nächste Woche lesen wir dann das 論語, ist besser, weil einfacher^^

Mal gucken, was der Große Meister zum verschenken von "Arbeitsrecht" meint...