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Die andere Hälfte des Kuchens

Wie es immer so ist: Wenn man am wenigsten schreibt, ist entweder am meisten los oder es sind ärgerliche Zeiten angebrochen. Beides ist der Fall. Dieses Semester nun kann ich keinen Japanischunterricht nehmen, zumindest nicht an der Qinghua-Univesistät. Dort findet nämlich aller Unterricht genau zu den Zeiten statt, an denen ich schon meinen Pflichtunterricht Chinesisch habe. Was sage ich dazu? Ich sage: Es hat so seine Vor- und Nachteile. Hörverständnis brauche ich nicht trainieren, das habe ich zu Hause den ganzen Tag. Was wirklich viel gebracht hat, war die Rede, die ich dort einmal gehalten habe - ich kann sie zum großen Teil noch auswendig und wende ständig Satzkonstruktionen daraus an. So etwas noch einmal im Unterricht zu machen, wäre grandios, denn allein bringe ich scheinbar nicht das nötige Durchhaltevermögen auf, einen ganzen Text auswendig zu lernen - dazu bin ich noch nicht genug Chinese.

Mein Chinesischunterricht ist dafür in diesem Semester sehr gut; noch viel besser als im letzten Jahr. Wie immer liegt es an den Lehrern. Dafür sind auch etwa doppelt so viele Hausaufgaben zu erledigen, so daß mir die zusätzliche Freizeit eigentlich ganz gut tut. Ein verführerisches Angebot, die neugewonnene Freizeit gleich wieder zu verbraten, kam gerade aus der Beiwai-Universität. Dort versucht man, mich zu überreden, 4 Stunden mehr Deutsch zu unterrichten pro Woche. Das wäre ein bißchen Geld mehr, das ich gut gebrauchen könnte, allerdings kämen effektiv nicht nur die 4 Unterrichtsstunden, sondern zusätzlich noch 1,5 Stunden Fahrzeit und mindestens 4 Stunden Unterrichtsvorbereitung dazu; also insgesamt über 9 Stunden pro Woche, die ich mich weder mit Japanisch noch mit Chinesisch beschäftigen würde. Da ich mir vor meiner Reise vorgenommen hatte, das Jahr komplett zu ver-lernen, habe ich mich heute schweren Herzens entschlossen, das Angebot abzulehnen.

Gerne möchte ich mich mal um einen Job während der Olympischen Spiele oder wenigstens mal um die Planung meiner Magisterarbeit schreiben, aber es halten einen die ein oder anderen privaten oder familiären Probleme davon ab. Ich melde mich wieder, wenn ich besserer Dinge bin.

Comments

seidenstrasse
Apr. 9th, 2008 01:44 pm (UTC)
Re: Auswendig
Guten Tag!

Ja, ab und zu mache ich das sogar, früher etwas regelmäßiger, weil es Bestandteil meines Unterrichtes am Japanisch-Deutschen Zentrum war. Es hilft, aber in Liedern gibt es auch oft eher ungewöhnliche Formulierungen, die sich dann im echten Leben seltsam anhören.