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Shaoyuan, das kleine Paradies in China

Der letzte Tag unserer Reise ist nur schlecht dokumentiert, woran sich der Leser aber nicht stören möge, denn es ist außer einem weiteren Park und einem Spaziergang über den See nicht viel passiert. Stattdessen: Was danach geschah.

Nach der langen Reiserei und vor der bevorstehenden neuen Reise nach Guilin hatte ich mir ausgemalt, die Tage ganz in Ruhe und wenn möglich ausschließlich in unseren (wörtlich zu nehmenden) 4 Wänden im Wohnheim Shaoyuan zu verbringen. Am ersten Tag aber erreichte mich eine E-Mail aus der Fremdsprachenuniversität Beiwai, in der ich Deutsch unterrichte. Es sei ja doch noch eine Stunde zu unterrichten und in der ist eine mündliche Prüfung abzuhalten.

Das machte mich wenig froh. Bisher dachte ich, ich müsse in meinem Unterricht nicht bewerten, so daß ich mir keinerlei Notizen zu den Fähigkeiten der einzelnen Schüler gemacht hatte (ganz zu schweigen vom Auswendiglernen ihrer Namen). Schlimmer noch war das Konzipieren einer Klausur und vor allem die Lösung der Frage, wie ich die gerade nicht geprüften Studenten bei stiller Laune halte. Dabei half mir letztlich die gerade in Tokyo als Deutschlehrerin fungierende monekopietz, von der noch in den nächsten Einträgen zu sprechen sein wird. Sie empfahl mir, Lern-Puzzle zu erstellen, was sehr schön mit der Discovery-Seite zu bewerkstelligen ist.

Das Problem beschäftigte mich einige Zeit, doch es wurde gelöst, auch, wenn ich wohl zu gut benotet habe. Außerdem habe ich einen leichten Hang bei mir bemerkt, die Herren besser zu bewerten als die Damen. Dem versuche ich natürlich so gut es geht entgegenzusteuern, aber es ist schon etwas unheimlich, wenn man an sich Eigenheiten bemerkt, die man an anderen nicht schätzt.

Schließlich waren auch noch ein paar Vorbereitungen für die Ankunft monekopietzens und unsere gemeinsame Reise nach Guilin zu treffen. Es mangelte mir also nicht an Beschäftigung. Da ich niemandem, nicht mal mir selbst, zumuten kann, diese Reise so ausführlich zu beschreiben wie die vorangegangenen, wird demnächst nur ein überblicksartiger Bericht folgen. Möglicherweise erfährt der Wißbegierige auf den Seiten von monekopietz (noch) mehr.

Comments

( 6 Kommentare — Kommentieren )
dragonaph
Feb. 7th, 2008 08:41 am (UTC)
Woran könnte das mit der unterschiedlichen Bewertung liegen? Wir hatten eine Lehrerin in der Schule, die das ebenso machte. Sie unterrichtete Mathematik und die Jungs wurden im Unterricht nicht nur öfter drangenommen und besser benotet, bei der Maturaabschlussrede hat sie sie sogar extra hervorgehoben (sie war unser Klassenvorstand).
seidenstrasse
Feb. 7th, 2008 08:46 am (UTC)
Letztlich hat sich davon nichts in den Noten niedergeschlagen. Nur kurz, bevor ich die Note notiert habe, mußte ich mich immer kontrollieren. Hängt wohl damit zusammen, daß ich eine heterosexuelle Frau bin? Sonst fiele mir nichts ein.
dragonaph
Feb. 7th, 2008 10:00 am (UTC)
Ah, du meinst, dass dir die Jungs einfach sympathischer waren, weil sie deine Östrogene ansprechen?
seidenstrasse
Feb. 7th, 2008 01:52 pm (UTC)
So ähnlich. :)
kutschis
Feb. 7th, 2008 07:43 pm (UTC)
Vielleicht ist es aber auch der geheime Konkurrenzkampf? Dieses Gespräch hatten wir heute nämlich in der Mensa. *g*
seidenstrasse
Feb. 8th, 2008 02:28 am (UTC)
Das wäre aber ein so geheimer Konkurrenzkampf, daß ich nichts davon mitbekomme. Ich hab ja nichts gegen Mädchen, ich finde Jungs nur netter. ^_~
( 6 Kommentare — Kommentieren )