Nora (seidenstrasse) wrote,
Nora
seidenstrasse

Das Leben

Das alte Jahr ist nun unwiderbringlich verronnen und es ist an der Zeit, ein paar abschließende Worte zum besten zu geben.

Ich bin in China; es ist also verständlich, daß 2007 ein besonders ereignisreiches Jahr für mich war. Inzwischen habe ich mich bis auf die letzte Kleinigkeit an Peking gewöhnt. Es ist eine Stadt, in der man leben kann, trotz der Menschenmasse und der Luftverschmutzung. Vielleicht ist aber ein Grund für meine Zufriedenheit hier der Umstand, daß ich mir gewiß bin, in ein paar Monaten wieder in Berlin leben zu können; der Stadt des guten öffentlichen Verkehrssystems.

Das Jahr fing an mit viel Aufregung und Streß wegen der Stipendiumsbewerbungen und mir wird jetzt noch ein bißchen beschwummert, wenn ich daran zurückdenke. Nun bin ich ja hier und alles ist gut. Außerdem war 2007 das Jahr der Übersetzungen: Neben dem Üblichen kamen noch Inoue Hisashis Mockinpott und natürlich die Tanikawa-Gedichte dazu. Die sind gerade in die letzte Runde gegangen. Zur Zeit kämpft der Verlag noch mit dem Redaktionschluß, der sich schon ein paar Mal nach hinten verzogen hat, aber früher oder später werden diese Gedichte erscheinen. Man darf gespannt sein. In Zukunft möchte ich gerne wieder übersetzen, aber bitte erst einmal keine Gedichte mehr - das ist doch eigentlich noch ein Stück zu hoch gegriffen. Ohne Haruki wäre die Übersetzung völlig hoffnungslos gewesen.



Zwei Dinge, die ich in deutschen Drogerien nicht vermisse: Creme mit Vogelnestextrakt und Aufkleber, um eine Lidfalte zu simulieren.


Eine Sache, die viele andere nicht vermissen werden, aber die eigentlich ganz lecker ist: Hühnerbeine in einem großen chinesischen Supermarkt.



Teigwaren Teigwaren Teigwaren


Noch immer ist man sich in Japan nicht ganz sicher, wie diese Stuhl-Dinger eigentlich funktionieren sollen.
Aber Spaß beiseite: Es gibt schon eine Handvoll neuer Erkenntnisse über japanische Kultur und Gepflogenheiten, die mir erst hier klar geworden sind. Eine Sache, die mich überrascht hat, ist die Gemütsruhe in Anwesenheit von Gästen. Wenn ich hier anderer Japaner Zimmer besuche, kann es gut sein, daß sie mich mit einem "ich mach das hier nur noch zu Ende" begrüßen und mich dann 15 Minuten sitzen lassen. Andersherum finden japanische Gäste bei uns nichts Merkwürdiges daran, wenn sie von Shoko zu Beginn eine Runde ignoriert werden. Dazu paßt, daß es oft sehr lange Schweigemomente gibt, wenn japanische Freunde unter sich sind. Einen Gast einzuladen und dann sich nicht zu unterhalten ist augenscheinlich nichts Ungewöhnliches.
Es klingt absurd, aber ich habe den Eindruck, hier in China möglicherweise mehr von Japan erfahren zu können, als in Japan selbst. Dort hätte ich sicher nicht 15qm mit einer Japanerin geteilt und so leicht enge Freundschaften schließen können.


Shoko, Yuuta und ich in der ersten Minute des neuen Jahres. Nun weiß also die ganze Welt, wie wir da aussahen.


In ein paar Tagen sind Ferien, wo ich zuerst mit Shoko nach Nanjing und dann Shanghai fahren möchte. Später besucht mich monekopietz und wir besichtigen erst Beijing, dan Xi'an.
Tags: beijing:leben
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