Nora (seidenstrasse) wrote,
Nora
seidenstrasse

Kriegsgeschichte und jede Menge Löwen

Es war mal wieder Zeit für einen Ausflug nach all dem Lernen. Da sich Shoko für die japanisch-chinesische Kriegsgeschichte, von der man in Japan ja nicht allzu viel erzählt bekommt, interessiert und ich darüber mal eine Arbeit geschrieben habe und sowieso immer einmal hinwollte, sind wir gestern in der früh zur Marco-Polo-Brücke gefahren. Einen inszenierten Vorfall dort hat Japan einst zum Anlaß genommen, den zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg mit einem Angriff auf Peking einzuläuten. Neben der sehenswerten Brücke gibt es dort heute auch ein recht großes und gut aufgebautes Museum zum Antijapanischen Krieg.




Die Marco-Polo-Brücke trägt diesen Namen, weil sie von Marco Polo in seiner Reiseerzählung beschrieben wird. Auf chinesisch allerdings heißt sie 卢沟桥 (Lúgōuqiáo). Sie wurde 1192 fertiggestellt, zwischendurch aber restauriert und erweitert.




485 Steinlöwen haben sich darauf versammelt, manche davon sind sehr klein und sitzen unter, neben oder auf den größeren Löwen. Keine Figur ist wie die andere.


Löwe mit Oberbiß


Der Yongding-Fluß ist, wie unschwer zu erkennen, inzwischen versiegt.


Neben den Steinlöwen gibt es aber auch überall sonst in dieser Umgebung allerhand weitere Löwen.






Nach dieser Besichtigung bei schönstem Wetter machten wir uns durch die restaurierte Altstadt auf den Weg ins Museum.




Unterwegs kam uns ein Trupp Studenten entgegen. In China müssen alle Studenten jeglichen Geschlechts ein paar Monate Wehrdienst absolvieren.




Von den Austellungsräumen selbst habe ich hier keine Photos eingestellt, es war aber ein ausgesprochen gut aufgemachtes und sehr informativ, wenn man genug Chinesisch lesen kann oder sich einen Audioguide gekauft hat. Mir gefällt an den (guten) chinesischen Museen, daß sie neben den Artefakten und Photos auch viele Skulpturen und Ölbilder von den Geschehnissen ausstellen.

Soviel also zum gestrigen Tag. Mir geht es ansonsten nach wie vor ausgezeichnet, auch, wenn ich finde, daß mein Gatte ein bißchen öfter hier sein könnte. Aber sonst bin ich guter Dinge. Ich habe immer noch nichts zum Japanischunterricht geschrieben, bin aber fest davon überzeugt, daß ich das irgendwann machen werde.
Tags: beijing:ausflug
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