Nora (seidenstrasse) wrote,
Nora
seidenstrasse

Es gibt nichts zu sehen, gehen Sie weiter...

Hier nur ein kleines Update zu meiner Person. Nachdem vorgestern der Kurswechsel so erstaunlich erfolgreich verlaufen ist, habe ich gestern das erste Mal am neuen Unterricht teilgenommen. Das Buch paßt wesentlich besser zu meinem momentanen Kenntnisstand und dementsprechend ist es dort viel angenehmer für mich. "Chinesisch" (Hanyu) besteht hier aus der ausführlichen Besprechung von Vokabeln, dem Bilden von Beispielsätzen, Vokabeltests und Textverständnis. Nichts außergewöhnliches mit anderen Worten, aber das Buch ist nicht schlecht und ich glaube, so kommt man voran. "Sprechen" (Kouyu) ist dagegen schon etwas Besonderes, was wir aber wohl unserer Lehrerin zu verdanken haben. Diskussionen, Rollen- und Ratespiele machen den Unterricht sehr abwechslungsreich und interessant. Auch da hangeln wir uns an einem Buch entlang, aber im Gegensatz zu anderen Klassen hier hat unsere die Möglichkeit, sehr viel selbst zu formulieren und nicht einfach nur vorgegebene Sätze zu wiederholen. Wenn mich nicht alles täuscht, wird in der nächsten Sitzung sogar gesungen.

Zwei neue Bekanntschaften sind in den letzten Tagen dazugekommen. Zum einen ist das der schon erwähnte Shunsuke, der mit mir die Plätze getauscht hat und mit dem ich am Sonntag deutsch essen gehen werde, zum anderen ein junger Mann namens Ichiro. Ich habe ihn über mixi kennen gelernt und wir haben uns zum Abendbrot in einer Mensa verabredet. (Übrigens weiß ich immer noch nicht, wie viele Mensen diese Uni eigentlich hat - jeden Tag entdecke ich eine neue!) Ich hatte mich auf einen ganzen Abend voller Japanisch eingestellt, aber überraschenderweise stellte sich heraus, daß Ichiro ein Auslandschinese ist und erst seit seinem sechsten Lebensjahr mit seiner Familie in Japan wohnt. Das Ende vom Lied war also, daß ich mich zwei Stunden komplett auf Chinesisch unterhalten habe - eine nervenaufreibende, aber doch erhebende Erfahrung
 
Nun bitte ich darum, daß nur diejenigen weitergehen, die wirklich wissen wollen, wie es um die sanitären Anlagen hier bestellt ist.


Das Klo im Bestzustand. Wer diese Löcher im Boden nicht mag, der soll sich vorher überlegen, wie hyghienisch es ist, sich mit 30 weiteren Personen ein Sitzklo zu teilen. Aber zwei weitere Dinge fallen auf: Ein Entstopfer und ein großer Mülleimer. Warum wohl?


Man kann sich also in etwa vorstellen, wie es dort riecht. Für meinen Flügel gibt es drei Toiletten, von denen immer mindestens eine verstopft ist, weil jemand die goldene Regel nicht befolgt hat.


Dieses Schild scheint seine Funktion zu erfüllen, soweit ich sehen konnte.


Weiter zu den Duschräumen. Hier gibt es wiederum drei, von denen aber nie eine verstopft ist, höchstens besetzt. Wir haben warmes und kaltes Wasser (um 5 Uhr morgens noch nicht, wie ich feststellen mußte).


Der Ort zum Zähneputzen, Ab- und Wäsche waschen. Weil viele hier glauben, eine eigene Waschmaschine sei viel besser als die öffentliche (die man allerdings nur gegen eine nicht geringe Gebühr benutzen kann), stehen etwa 12 Waschmaschinen herum.


Das hier ist der Heißwasserkessel. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, das Ding täglich zu benutzen. Es handelt sich beim Inhalt um abgekochtes und noch sehr heißes Wasser, das Chinesen vor allem zum Trinken benutzen. In den ersten zwei Wochen habe ich mir täglich etwa 3 Liter Wasser kaufen müssen, doch jetzt zapfe ich mir hier mit einer riesigen Thermoskanne, die von der Uni gestellt wird, etwas ab und verbrauche es über den Tag verteilt.

So also sieht die Lage aus. Inzwischen habe ich mich schon ziemlich daran gewöhnt und benutze Methoden, bei denen ich gewissermaßen nichts dort selbst berühre. Es ist alles recht erträglich.

Tags: beijing:formalitäten, beijing:leben, beijing:unterricht
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