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Verwirrtheit

Verwirrtheit kann seltsame Blueten treiben. Zum Beispiel dazu, dass man um 5 Uhr aufsteht um zu lernen, dann um 6:30 zu seinem Klassenraum geht und merkt, dass man in das Gebaeude wegen eines dort stattfindenden Tests nicht reinkann, ewig mit dem Waechter diskutiert, alle anderen Gebaeude abklappert, um irgendwelche Informationen zu finden und schliesslich eine Mitschuelerin anruft, die einem dann verraet, das Sonnabend ist.

Koennte mir natuerlich nie passieren.

Ich schreib das einfach nur so.

Jedenfalls sind wir noch etwas verwirrt. Der gestrige Tag war sehr durchwachsen; wir haben den Beihai-Park aufgesucht und kamen sogar an, doch nur, um alle dortigen Gebaeude im Umbau und unbetretbar vorzufinden. Allerdings haben wir einige andere interessante Dinge dort beobachten und erleben koennen. Mittlerweile ist es ziemlich kalt geworden und womoeglich gibt es morgen sogar Schnee, deswegen entschieden wir uns, wieder nach Hause zu fahren und dort noch einen warmen Mantel fuer Marta zu kaufen.

Die U-Bahn stelle man sich vor wie in Japan zu Stosszeiten, aber chaotischer: brechend voll, und alle draengeln gleichzeitig rein und raus. Wenn ein leerer Waggon ankommt, rennen die Leute hinein, um einen Platz zu ergattern. Das war jedoch nicht die unangenehme Seite des Tages, denn die war etwas anderes:

Ich kann nicht handeln, und ich moechte sowas auch gar nicht koennen. Scheinbar ist es mir lieber, von einem anonymen Industriellen durch den Kakau gezogen zu werden, als von einer Dame, die mich nett dabei anlaechelt und mir versichert, dass wir die besten Freunde seien und sie nur deswegen einen so guten Preis fuer mich mache. Man sagte mir, der richtige Preis sei immer etwa 10% von dem, was man Auslaendern hier zuerst angibt und das kann ich mir vorstellen. Zwar ist dann immer noch alles etwa halb so teuer, wie bei uns, aber es ist mir trotzdem unangenehm, dass ersteinmal alle von mir annehmen, ich sei ein bisschen bloede und man koenne deswegen sowas mit mir machen. Und obwohl ich mich fuer das Noetigste verstaendigen kann, reicht mein Chinesisch natuerlich noch nicht aus, um mich ordentlich in solchen Situationen zu schlagen. Dazu kommt das ziemlich unuebersichtliche Geld hier. Es gibt zwei Einheiten (yuan und jiao), die jeweils zwei verschiedene Namen haben. Ausserdem gibt es neues und altes Geld, das ziemlich anders aussieht. Wenn ich beim Bezahlen einerseits umrechnen, andererseits Geld erkennen und dann noch dabei handeln soll, bin ich ein bisschen hilflos. Das hat mir also gestern ein wenig die Laune verdorben.

Nun muessen wir zusehen, heute noch aus der Stadt zu kommen. Eigentlich wollte ich Freitag abend (also "heute") eine Reise organisieren, aber das ist ja nun ins Wasser gefallen. Natuerlich ist am Sonnabend auch auf dem Campus das Internetcafe geschlossen, so dass ich als oberste Prioritaet erst einmal in die nahgelegene Einkaufsgegend gegangen bin und jetzt zusehen muss, wie und wo ich hier fortkomme. Ich bin ein bisschen gestresst und erschoepft, was auch damit zusammenhaengt, dass ich jede Nacht Punkt 0:00 Uhr aufwache und dann 2-3 Stunden nicht mehr einschlafen kann. Ich hoffe, das legt sich in den naechsten Tagen wieder.

Comments

superute
Feb. 26th, 2006 12:43 pm (UTC)
Darum möchte ich auch untertänigst gebeten haben! Müsste mir sonst überlegen, ob wir uns von nun an nur noch fernmündlich kontaktieren sollten und niiieee wieder treffen. Schon gar nicht auf der Straße!
Und: wie war Dein Unterricht den heute?
Zum Thema neueste Familiennews - was ist denn heut bei Findigs los? - mein neuer Eintrag.