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Da bin ich

Es gibt viel zu erzaehlen. An den fehlenden Umlauten erkennt ihr schonmal, dass ich in Asien angekommen bin und ich verrats gleich: Ich bin sogar wie geplant in Peking gelandet.
Die schlimmsten Formalitaeten sind auch erledigt, das heisst, ich habe sowohl einen Studentenausweis als auch eine schicke Bleibe. Wenn ich das naechste Mal ans Internet komme, werde ich versuchen, Bilder von meiner Kamera zu uebertragen. Man kann sich naemlich sonst gar nicht vorstellen, wie haesslich alle Haeuser hier (zumindest von aussen) sind. Innen sind sie erstaunlicherweise haeufig sehr nett - wenn man ueberhaupt schafft, bis dorthin zu gelangen. Meine bisherigen (zugegebenermassen noch recht spaerlichen) generellen Eindruecke:

1) Jedes Gebaeude hat irgendeinen Zugang, man darf bloss nicht auf die abwegige Idee verfallen, die Haupteingang nehmen zu wollen.
2) Es ist weniger buerokratisch, als man mir erzaehlte, aber auch weniger billig. (Gut moeglich allerdings, dass ich mich nur die ganze Zeit uebers Ohr hauen lasse.)
3) China ist ganz schoen anders, als Japan.

Letzteres habe ich mir natuerlich vorher schon gedacht, aber meine Ueberraschtheit beweist, das ich mich dennoch nicht ganz darauf eingestellt zu haben scheine. Noch habe ich nicht viel Erfahrung sammeln koennen, aber zwei Dinge springen doch ins Auge: Chinesen draengeln staendig vor. Als meine reizende Begleitung und ich bemerkten, wie am Flughafen in Paris ein Paerchen ohne mit der Wimper zu zucken erst eine schon gut 30m lange Schlange umgingen und sich einfach hinter uns in die Schlange stellten, ahnten wir noch nichts Boeses. Doch nachdem sie dann wagten, uns zur Seite zu schieben, um die letzten paar Plaetze auch noch weiter zu kommen, da kam mir das doch schon etwas komisch vor. Das naechste aehnliche Erlebnis kam dann am Taxistand, bei der Anmeldung, in der Wohnheimlobby...
Aber etwas anderes, weitaus angenehmeres ist, dass Chinesen scheinbar um einiges unverkrampfter sind (moeglicherweise folgt ja auch erstes aus diesem). Gefuehlen wird weit schneller freier Lauf gelassen, als andernorts (auch schneller, als in Deutschland, habe ich den Eindruck). Man hat nicht staendig das Gefuehl, irgendwelche Fehler zu machen oder Anstandsregeln zu brechen - so, wie ich das oft in Japan habe.

Nun noch ein paar Zeilen zur Oertlichkeit. Der Campus ist tatsaechlich mit allem ausgestattet, was man im taeglichen Leben braucht, deswegen laesst es sich sehr bequem hier leben. Die Studentenschaft ist international, aber in dem, was vermutlich meine Klasse sein wird, gibt es ausser Marta, einem netten Herrn und mir ausschliesslich Japaner. Das soll mir recht sein, denn so poliere ich gleich mein Japanisch noch etwas auf. Ansonsten habe ich die in einem aelteren Eintrag hier gesuchte Tandempartnerin fuer Englisch - zumindest fuer diesen Monat - gefunden; ein reizendes Maedchen aus London hat uns gestern sehr geduldig auf dem Campus umhergefuehrt und ist dann mit uns essen gegangen.

Nun, was gibt es noch zu erzaehlen? Wir haben ein grossartiges Zimmer, das meine kuehnsten Erwartungen uebertrifft. Ich leide unter Jetlag, bin aber ziemlich gluecklich, alles in allem. Ich hoffe, es geht euch auch so (das mit dem Jetlag mal ausgenommen).

Comments

captain_harlock
Feb. 23rd, 2006 06:17 pm (UTC)
Hm, willst du damit andeuten, dass Nora mit den halsabschneiderischen, chinesischen Händler das tun soll, was die Triaden mit ihren Feinden tun? Ins nächste Brücken*beton*fundament einarbeiten? ^^