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Tag 7 [Shanghai] - Dahlem ist nicht China

Heute morgen machten wir uns, natürlich nicht ohne Stärkung, ins Shanghaier Museum, das vom Reiseführer als "Bestes Museum Chinas" gepriesen wurde. Ich muß sagen: Es ist tatsächlich das beste Museum Chinas.



Zum einen kostete der Eintritt 50 Cent. Dann gab es gerade eine Ausstellung mit Bildern von Rembrand und weiteren holländischen Malern. Die Bilder waren wunderschön und ich hielt mich allein in dieser Etage eine Stunde auf. Für mich war es das erste Mal, daß ich solche Bilder "in echt" gesehen habe. Das Lichtspiel ist ganz anders, als wenn ich es in Katalogen oder Büchern gesehen habe. Es mag ja allen Leser schon bekannt sein, aber Rembrand malt so plastisch, daß ich bei einigen Bildern erst dachte, die Lichtqülle stamme vom Museum und seien nicht, wie in wirklichkeit der Fall, einfach nur perfekt eingesetzte Farben. Es bringt nicht so viel, das zu photographieren, deswegen habe ich darauf verzichtet.



Auch die chinesischen Exponate in den anderen Ausstellungshallen waren beeindruckend. Das ostasiatische Museum in Berlin Dahlem mag für europäische Verhältnisse eine ausgezeichnete Sammlung chinesischer Kunst haben, aber das Shanghaier Museum ist doch eine andere Kanne Bier. Gerade die chinesische Malerei, die ich bisher nicht so recht habe schätzen können, wurde mir dort durch hervorragende Exemplare nahegebracht. Ich war wirklich beeindruckt und kann nur jedem, der die Gelegenheit hat, raten, dort vorbei zu schauen.



Eine Extraausstellung gab es zu Geld und Stempeln.

Am Nachmittag liefen Shoko und ich getrennte wege: Sie stürzte sich in den Shanghaier Einkaufsrummel, ich ärgerte mich erst eine Runde mit unserer Reisefirma herum (für die Reise in 2 Wochen nach Guilin), ging aber dann zu einer Ganzkörpermassage. Danach war ich so entspannt, wie es sich gehört.



Des Abends machten wir uns das erste und einzige Mal auf die andere Seite des Flusses, wo außer dem Geschäftsviertel nicht viel los ist. Dort gibt es aber ein Sexmuseum und wir waren gespannt, wie so etwas in China aussehen würde. Es gab einige kleine Ausstellungsstücke von teilweise wangenrötender Explizität. Noch interessanter waren aber die Schilder.

Comments

( 5 Kommentare — Kommentieren )
zauberhuehnchen
Feb. 1st, 2008 06:18 pm (UTC)
Bist du dir sicher, daß es überhaupt gestattet gewesen wäre, die Rembrandt-Bilder zu photographieren? Normalerweise sind die Museen da zickig.

Welche Maler waren da noch? Rubens, van Hoogstraten? Die mag ich ja noch mehr als Rembrandt. Aber der ist natürlich auch nicht übel. Ich mag nur diese ganze Dunkelheit nicht und daß es ihn immer so zum Häßlichen gezogen hat.
seidenstrasse
Feb. 4th, 2008 02:00 pm (UTC)
Van Hoogstraten war da, dann noch viele andere. Ich suche gerade nach meiner Eintrittskarte, denn Du kennst ja mein Namensproblem...

Das durfte man vermutlich photographieren. Chinesische Museen sind überhaupt nicht zickig, man kann immer alles abknipsen. Ob das gut für die Bilder ist, weiß ich nicht.
monekopietz
Feb. 13th, 2008 07:34 am (UTC)
Also!
Dass du zugibst, als Berlinerin noch nie einen echten Rembrandt gesehen zu haben, laesst tief blicken. Zumindest, wenn du so ein grosser Fan bist.

Aber das Schild zur Homosexualitaet lasst in anderer Hinsicht, bei anderen noch vieel viel tiefer blicken. "Help and guide"? Aber wie jeder Japaner weiss: Homosexualitaet kommt aus China!
Und wie jeder Chinese weiss: Homosexualitaet kommt aus Japan!
seidenstrasse
Feb. 13th, 2008 04:22 pm (UTC)
Re: Also!
Ich schäme mich auch und hätte damals bei Deinen Touren mitmachen sollen.

Ich liebe den Satz: According to modern science, in gerneral speaking [...], we should make a concrete analysis of concrete conditions. Weniger kann man mit so vielen Worten gar nicht aussagen! Der Satz ist geradezu die Definition des Wortes herumeiern.

( 5 Kommentare — Kommentieren )