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Tag 2 [Nanjing] - Konfuzius und die Mäuse

Nach einem ausgiebigen Schlaf auf echten Betten machten wir uns zu zweit auf den Weg zum Jiniao-Tempel.


Natürlich gab es vorher ein Nanjinger Frühstück mit diesem Gebäck. Nichts aber schlägt Österreich in Sachen Gebäck, und schon gar nicht China.


Gerade nach einer Stadt wie Peking fällt auf, wie unheimlich grün Nanjing ist. Fast alle Straßen sind gesäumt von Bäumen. Durch das wärmere Wetter ist alles frisch. Ein erholsamer Anblick.



Das Wetter war uns hold, so daß wir dort die wirklich schöne Aussicht genießen konnten. Mit jedem Stockwerk, daß man vom großen Turm dort erklomm, wurde die Umgebung schöner und interessanter.



Gedenkzimmer



Ein Gott und ein herzerweichender Mülleimer




Bei der Gelegenheit wurde mir wieder bewußt, wie unterschiedlich das Bet-Verhalten in China und Japan ist, vergleichen mit dem des Christentums. Ich bin nun wahrlich kein Experte in der Hinsicht, aber Beten in China und Japan besteht hauptsächlich aus Wünschen, die man an die Götter hat. Buddhismus darf man sich in China nicht vorstellen wie das, was hier unter Buddhismus von New-Age-Leuten verstanden wird. Es ist da eher eine Art Vielgötter-Religion, wobei es für alle möglichen Dinge den passenden Gott gibt. (Dazu an anderer Stelle mehr.) Zu Hause wird eher selten gebetet, aber wenn man aus beispielsweise festlichen Anlässen in einem Tempel ist, betet man eben alle oder ein paar der dort versammelten Götter- und Buddhastatuen an. Das geschieht mit Weihrauch, den man in den Händen vor- und zurückwiegt und durch Knieen und Auflegen des Kopfes auf den Boden. Dabei, so meine ich, wünschen sich die Leute zum Beispiel Gesundheit, ein fleißiges Kind oder auch oft einfach mehr Geld.

Nach der Besichtigung fanden wir uns am Ufer des Xuanwu-Sees wieder. In gemütlicheren Tagen wird da Bootgefahren und im sog. Kinderparadies gespielt. Wir machten eine Runde um den See, wobei wir die wunderbare große Stadtmauer besichtigen konnten. Ich mag diese riesenhaften Mauern in China; in der verbotenen Stadt kann man sie auch bewundern. Auch in Trier gibt es große Mauern, das fand ich schon immer anheimelnd. Wenn ich ein eigenes Grundstück habe, baue ich mir auch so eine.

Eine Handvoll Kilometer später entschlossen wir uns, daß es nun endgültig wieder an der Zeit sei, etwas zu essen. Weil es aber diesmal ein Restaurant für Hongkonger Spezialitäten war (wo wir Hühnerbeine und so eine Art Hongkonger Pekingente aßen), gibt es diesmal keine Photos davon.


Eigentlich hatten wir vor, danach ins Hauptquartier der Guomindangregierung zu gehen, aber das hatte schon zu. Stattdessen sind wir gegen 18:00 in den Konfuziustempel gegangen. Nach dem Tor zum Eingang waren wir aber erst einmal etwas baff, denn von Tempel war keine Spur. Die alten Gebäude, die möglicherweise früher einmal dazu gehörten, waren mit Souveniergeschäften aller Art gespickt.



Erst nach einiger Suche kamen wir schließlich an.


Der Tempel an sich wäre nicht übel gewesen, hätte man nicht bunte Girlanden aller Art und vor allem glitzerne Plastikmäuse auf riesige Podesten (Jahr der Maus) aufgestellt. Außerdem muß Konfuzius ein großer Fan der Olympischen Spiele gewesen sein - anders kann ich mir nicht erklären, daß man direkt vor dem Eingang eine leuchtende Olympia-Installation aufgestellt hat.


Ein Lampion-Zahnfrosch


Das kommt davon, wenn man immer die Ausländer anstarrt! Im Hintergrund eine ganz reizende Geschäftsidee: Wer Geld bezahlt, kann mit seinem Gesang und Karaoke-Musik im Hintergrund die Fußgängerzone beschallen.

Comments

( 4 Kommentare — Kommentieren )
monekopietz
Jan. 23rd, 2008 07:32 am (UTC)
Aha!
Ganz reizend! Das Gebete ist mir auch immer eine Freude. In einem meiner nächsten Beträge komme ich auf einen Schrein zu sprechen, in dem die Menschen an Neujahr fleißig ihr Geld gewaschen und geräuchert haben... Aber so soll es sein, denn so haben wir mehr zu bestaunen, nicht wahr?
seidenstrasse
Jan. 23rd, 2008 01:19 pm (UTC)
Re: Aha!
Ganz recht!
Ich freue mich immer, Deine Berichte zu lesen. Es ist fast, als könnte ich auch ein bißchen in Japan sein.
superute
Jan. 23rd, 2008 05:37 pm (UTC)
Übrigens ist unserer gemeinsamen halben Schwester Kersten aufgefallen, dass man in Deinem livejournal eigentlich immer nur Bilder / Berichte übers Essen sieht /liest. Findest Du, dass sie recht hat?

Kussi

PS: ich will auch so einen Mülleimer!
seidenstrasse
Jan. 25th, 2008 01:58 am (UTC)
Iwo! Essen ist doch völlig nebensächlich! Ich könnte gut ohne leben! Und überhaupt habe ich ja kein einziges Photo von Essen gemacht!
Und wenn Kersten mein Journal liest, dann darf sie ruhig mal einen Kommentar schreiben, damit ich weiß, daß sie mein Journal list und mich freuen kann.

Die Mülleimer waren leider festgeschraubt; ich habe schon mein Möglichstes versucht.
( 4 Kommentare — Kommentieren )