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Die nächste Vokabel kommt bestimmt

Da wartet man monatelang vergeblich auf ein Grußwort aus der Heimat, und nun kommen gleich zwei auf einmal an. Mein werter Herr Papa und meine Schwiegereltern haben mich jeweils mit einem schönen Brief bedacht. Der meines Vaters hat mich gemahnt, immer schön das Journal weiterzuführen, deswegen mache ich das, obwohl ich dieses Mal keinen Ausflug gemacht und daher keine schönen Photos vorzuweisen habe. Der meiner Schwiegereltern hat mich gleichzeitig gefreut und erschreckt, denn in ihm stand, daß ich schon ein Viertel meiner Zeit hinter mich gebracht habe, und, meine Güte, das ist die Wahrheit! Nicht, daß ich immer noch das Gefühl hätte, gerade erst angekommen zu sein. Es erschreckt mich nur, wie viel es noch zu Lernen gibt und wie wenig Zeit nur noch bleibt!

Die Briefe in dieser Woche zu bekommen war besonders angenehm, weil ich gerade ein wenig unter der Prüfunglast hier verblöde. Eigentlich stört mich Folgendes:

Der Kurs, der zeitlich gesehen den meisten Raum einnimmt, ist gleichzeitig der, aus dem ich so gut wie gar nichts mitnehmen werde. Er besteht ausschließlich aus Vokabellernen und Textlesen. Die Texte sind leicht über Niveau, so daß man viel Zeit investieren müßte, um sie zu verstehen und etwas aus ihnen herauszuziehen. Diese Zeit hat man aber nicht, weil wir pro Woche eine Lektion durchgehen, die zwischen 80 und 172 Vokabeln in der Vokabelliste hat. Verständlicherweise vergißt man die vorangegangenen hundert, sobald man die man nächsten hundert hinter sich gebracht hat. Bis also auf meine Handschrift verbessert sich durch diesen Unterricht bei mir nicht viel.


Ich bin deswegen sehr glücklich, daß die anderen Kurse alle nützlich sind und am glücklichsten, daß ich durch den Japanischunterricht so eine vielversprechende Lernmethode gefunden habe, die ich zur Zeit versuche, auch auf den Konversationsunterricht Chinesisch anzuwenden. Ich werde bei Zeiten berichten, was das bringt. Auf dem Bild sieht man einen Teil meiner Rede, die von Herrn Oikawa mit Akzentzeichen versehen wurde. Ich hätte gerne einen Japaner für die Westentasche, der das immer für mich macht, bevor ich einen japanischen Text lesen muß.


Wenn ich gerade nicht lerne, verbringe ich viel Zeit mit Shoko. Wir hecken allerlei Blödsinn aus, wobei "Yuuta aus dem Bett klingeln für nächtliche Dango-Festspiele" ziemlich weit oben steht. (Dango ist Mochi, in diesem Fall mit gezuckertem zerstoßenem Sesam gefüllt. Vorzüglich!) Ansonsten sehen wir gemeinsam zur Entspannung debile japanische Sendungen, schenken uns gegenseitig Essen, bringen uns Japanisch, Englisch und Deutsch bei und geben generell allen Gegenständen in unserem Zimmer Namen.


Sowas passiert natürlich, wenn man seine Mitbewohnerin bittet, für einen Socken mitzubringen.

Comments

( 2 Kommentare — Kommentieren )
monekopietz
Nov. 29th, 2007 02:25 pm (UTC)
Socken muss man mit Respekt behandeln
Ich mag die Socken.
seidenstrasse
Nov. 30th, 2007 04:26 am (UTC)
Re: Socken muss man mit Respekt behandeln
Ich behandele sie auch mit äußerstem Resepkt! Immerhin vertraue ich Ihnen sogar meine Füße an.
( 2 Kommentare — Kommentieren )