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Mehr Spaß beim Frühstücken

Heute morgen bin ich wieder um 7 aufgestanden (da ist die Temperatur nämlich erträglich) und habe für euch ganz, ganz tolle Aufnahmen von der Pekinguniversität gemacht. Anderthalb Stunden bin ich durch die Gegend gekurvt (daß ich mich heillos verfahren habe, ist ja selbstverständlich), um dann, zurück im Wohnheim, feststellen zu müssen, daß ich mein FireWire-Kabel in Deutschland vergessen habe. Ihr müßt euch also noch eine Weile gedulden.


Die wohl einzig positive Veränderung nach SARS: So etwas sieht man heutzutage nur noch selten, während es früher fest zum chinesischen Straßenbild gehörte.

Heute habe ich nicht viel gemacht, nur ein paar Formalien erledigt und ein chinesisches Frühstück, bestehend aus Baozi und Jiaozi, zu mir genommen. Geholfen hat mir dabei eine Chinesin, für die ich auf dem Weg ein Fahrrad aufgehoben habe. Sie begleitete mich dann etwa eine halbe Stunde, zeigte mir, wie man sich eine Abokarte für die tausend Mensen des Campus holt und wie man in dem kleinen Kabuff, in dem ich dann gegessen habe, bestellt. Es war sehr lecker, bis auf die Reisschleimsuppe, die nach gar nichts geschmeckt hat. Nicht umsonst sagen die Chinesen "Suppe trinken" (喝汤) und nicht "Suppe essen".

In Schreiblaune gekommen, berichte ich mal etwas allgemeines zu Pekings Verkehrssituation. Die ist auf den ersten Blick nämlich angsteinflößend, auf den zweiten aber sogar ziemlich gemütlich.
Durch die Anschaffung des Fahrrads nehme ich nun ja etwas aktiver am Verkehr teil als bei meiner letzten Reise und mußte einen Eindruck korrigieren: Nicht alle Menschen in Peking ignorieren die Ampeln. Die Autofahrer halten durchaus bei rot. Doch bei den Fußgängern, Fahrradfahrern, Fahrradtransportern und Motorrad-Fahrrädern sieht das ganz anders aus. Besonders die Konzepte des Anhaltens oder Wartens, machmal sogar des Drosselns der Geschwindigkeit sind ihnen fremd. Die Parole heißt stattdessen: langsam, aber stetig. An der Straße angekommen schätzt man ein, wie lange das Auto wohl brauchen würde, um einen umzufahren und huscht dann etwas schneller herüber. (Dementsprechend ist das Hauptkommunikationsmittel auf der Straße die Hupe.) Pekings Regierung könnte viel Geld sparen, indem sie einfach die Fußgängerampeln abbauen lassen würde.
Auch mit dem Fahrrad in Gegenverkehrrichtung fahren ist weder gefährlich, noch ruft es Stirnrunzeln hervor. Die großen Straßen haben meist eine extra Spur für Fahrradfahrer und Busse abgetrennt und dort herrscht Anarchie. Steigen zum Beispiel viele Leute aus dem Bus auf die Straße, heißt das natürlich nicht, daß die Fahrradfahrer anhalten. Sie schlängeln sich durch die Massen und rufen manchmal fröhlich 走走走!"zou, zou zou!" (Weg, weg, weg!). Und das funktioniert.
Nach den ersten Tagen der Panik hat sich bei mir eine eigenartige Gemütsruhe eingestellt. So lange man mitmacht, ist das nämlich ein sehr gut funktionierendes System. Durch die generell langsame Geschwindigkeit aller Verkehrsmittel passiert nichts - nicht mal angerempelt wurde ich bisher. Stattdessen ärgert man sich nicht darüber, bei roten Ampeln lange warten zu müssen. Nur Autofahrer möchte ich vielleicht weniger gern sein.


Angestellte beim morgendlichen Frühsport, den sie zur chinesischen Version von Dschinghis Khan (!) absolvieren. Das Lied scheint unwahrscheinlich populär in Asien zu sein - in Japan habe ich es auch mehrfach gehört.


Die kennen mich hier aber schon gut, wenn das Café bereits solche Visitenkarten druckt.

Und wem es zu wenig Photos in den letzten beiden Einträgen waren, der kann sich die Galerie von Lisa ansehen.

Comments

( 8 Kommentare — Kommentieren )
0_ohnein
Aug. 27th, 2007 01:46 pm (UTC)
das frühstück sieht doch lecker aus. :) ich hab sowas allerdings immer lieber zum mittagessen oder so verdrückt, und mich morgens an den gummitoast gehalten. (^^);
ein blick auf die lisa-gallerie lässt euer wohnheim aber in einem etwas gruseligen licht erscheinen... oder? (*__*);;;;;;
seidenstrasse
Aug. 29th, 2007 05:38 am (UTC)
Ja, ein Zuckerschlecken wird das Leben da nicht, aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an fast alles.

Heute war das Frühstück noch viel besser! Leider war ich zu doof, meine Kamera mitzunehmen.
kimerascall
Aug. 27th, 2007 05:07 pm (UTC)
Aber diese Toiletten
Ich freue mich, dass es Dir schon besser geht (ade, Zitteraal), und die grünen Bilder finde ich wirklich klasse. Angesichts der Olympia-Vorschaubilder mit Smog-Schwaden habe ich so viel grün nicht erwartet ^_~
Nur diese Toiletten...ächz. Bunte Handtücher oder Schirme beeindrucken mich gar nicht *g*, aber die 'Lokalitäten' sind mir wirklich ein Graus.
Ich wünsche Dir, dass Du trotzdem noch einen dezent-aparten Schirm findest, der große Regen kommt ja erst.
Liebe Grüße
kimera ^.^
seidenstrasse
Aug. 29th, 2007 05:39 am (UTC)
Re: Aber diese Toiletten
Ja, die Toiletten. Das Schlimmste darüber weißt Du ja noch gar nicht. Das muß ich mich erst noch überwinden, aufzuschreiben...

Aber jetzt habe ich ein neues Zimmer und alles ist gut!
superute
Aug. 29th, 2007 09:50 pm (UTC)
Re: Aber diese Toiletten
WAS???? ...ist mit den Toiletten???

Neugierig...
seidenstrasse
Aug. 30th, 2007 10:30 am (UTC)
Re: Aber diese Toiletten
Das... schreibe ich einmal ausführlicher. Vielleicht sogar mit Photos.
superute
Aug. 30th, 2007 07:17 pm (UTC)
Re: Aber diese Toiletten
Ärksbärks. Oder? :)
seidenstrasse
Sep. 4th, 2007 12:51 am (UTC)
Re: Aber diese Toiletten
Das kannste aber wissen!
Heute oder in den nächsten Tagen habe ich eine neue Knipse, dann gibt's eine Photo-Love-Story.
( 8 Kommentare — Kommentieren )