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Im Konfuzius-Institut, das mit unserer Universität eng verwoben ist, fand sich heute Abend der chinesische Botschaftsrat Zhu Wanjin zu einem Vortrag über das Thema "Chinas Wirtschaft – Chancen, Risiken und Zukunftsprognose" ein.
Er sagte genau all das, was man dachte, das er sagen würde. So ist er sich beispielsweise sicher, daß sich das Bruttosozialprodukt der VR bis 2020 vervierfacht haben wird. (Die Weissagung in China ist scheinbar immer noch sehr erfolgreich.) Statt Fünfjahresplänen haben sie ab sofort Fünfjahresprogramme, und es heißt nicht mehr Sozialismus, sondern sozialistische Marktwirtschaft. "Das erinnert ja auch an die deutsche "soziale Marktwirtschaft" und soll auch so ähnlich sein. Namen sind ja nicht so wichtig." Auf die Frage, ob sich China nun für einen sozialistischen oder kapitalistischen Weg entschieden habe: "Es ist zu früh, um diese Frage zu beantworten; das müssen die späteren Generationen entscheiden. Uns ist es nur wichtig, das es den Menschen gut geht."
Nebenbei deckte er noch zwei interessante Mechanismen auf. So erklärte er, vielleicht ohne es eigentlich zu wollen, warum in China zur Zeit an der Installierung eines Sozialversicherungssystems gearbeitet wird. China hat, laut Herrn Zhu, die größte Sparquote der Welt, die unter anderem aus den hohen Kosten, die im Krankheitsfall auf einen zukommen, resultiert. Damit die Leute dieses Geld ausgeben und der Konsum angekurbelt wird, führt man nun die Sozialversicherung ein.
Außerdem wies er darauf hin, daß Deutschland die Wünsche der VR vor der EU unterstütze. Etwas später wurde auch klar, warum: Handelsbeschränkungen beschränken auch all die vielen deutschen Firmen, die bereits in China investiert haben (Deutschland und China sind einander die stärksten Handelspartner).
Für mich war der Vortrag trotz all der stereotypen Aussagen dennoch interessant, weil ich mir hier sicher sein kann, daß es tatsächlich der Standpunkt ist, den die VR in der Welt verbreitet wissen will; ohne Verfälschung durch Medien. Schade nur, daß er nicht viel anders war, als das, was man sonst so hört.

Comments

( 11 Kommentare — Kommentieren )
kutschis
Nov. 9th, 2006 07:08 pm (UTC)
Nicht zum Thema...
Sag mal, kann man die Dissertation von Dozenten eigentlich irgendwo einsehen, ohne sie danach zu fragen? ^^; Ich würde nämlich gerne mal die vom Herrn Damm lesen, aber ich weiß ja nicht, ob man da einfach so fragen darf. ^^;;;;
kutschis
Nov. 9th, 2006 07:10 pm (UTC)
Re: Nicht zum Thema...
... ist es überhaupt möglich, jene zu lesen, oder wird die nur einmal vorgestellt und verstaubt dann irgendwo? *keine ahnung von nix, wie immer*
seidenstrasse
Nov. 9th, 2006 07:38 pm (UTC)
Re: Nicht zum Thema...
Also, das ist mal wieder von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt davon ab, was die jeweilige Person mit seiner Arbeit vorhat: 1) verstauben lassen, 2) in einem Journal oder Buch veröffentlichen lassen, 3) in einem Internetjournal gegen Bezahlung abrufbar machen lassen oder 4) es im Internet einfach so zur Verfügung stellen. Einige wenige Exemplare gibt es sogar in unserer Bibliothek, das sind dann noch die Original-Arbeiten, handgebunden. Ich weiß nicht, wie es mit seiner Dissertation steht. Am besten wäre es vielleicht, danach im Netz zu suchen und, wenn das erfolglos bleibt, ihn direkt zu fragen. Steht auf seiner FU-Seite nichts etwaigen Veröffentlichungen?
kutschis
Nov. 9th, 2006 07:51 pm (UTC)
Re: Nicht zum Thema...
Ach, ich wusste gar nicht, dass das richtig als Buch veröffentlicht werden kann. Hab es jetzt auf Amazon.de gefunden, allerdings nur gebraucht und ziemlich teuer (25 Euro).

Wie lang ist denn so eine Doktorarbeit? Hast du da eine ungefähre Ahnung? Und ich will ihn in erster Linie nicht fragen, weil es ja so aussehen könnte, als würde ich mich für Chinakunde interessieren, was ja im Allgemeinen doch eher weniger der Fall ist. *hust*
kutschis
Nov. 9th, 2006 07:52 pm (UTC)
Re: Nicht zum Thema...
Man, lesen muss man können. Wie lang es ist, habe ich inzwischen selbst gesehen. ^^;
seidenstrasse
Nov. 9th, 2006 08:17 pm (UTC)
Re: Nicht zum Thema...
Hast Du schon mal versucht, in unserem Bibliothekskatalog danach zu suchen? Die Chancen sind ganz gut, daß wir es haben.
kutschis
Nov. 9th, 2006 08:42 pm (UTC)
Re: Nicht zum Thema...
Wäre das in der Erziehungswissenschaftenbiblio? Oder ist die im Institut? Werde dort morgen mal schauen, und wenn nicht frage ich Frau Leutner, da die den Verlag wohl betreut. Falls ich es da für den gleichen Preis bekomme, ist mir das lieber als gebraucht bei Amazon.
kutschis
Nov. 9th, 2006 09:37 pm (UTC)
*help*
Okay, nun mal für die Vollblöden: Was genau kann ich mit diesem Online-Katalog denn machen? O_O Ich meine, ich habe das Gesuchte gefunden und in den Korb gelegt, aber was hab ich davon? Die Hilfe ist leider total nutzlos...
seidenstrasse
Nov. 9th, 2006 09:45 pm (UTC)
Re: *help*
Das ist zugegebenermaßen etwas tricky. Du klickst erst auf den Buchtitel. Die erste Angabe in der darauf folgende Tabelle ist dann z.B.:

Datenbank: Online-Katalog FU Berlin

Da klickst Du auf den Datenbanknamen. Dort ist dann die letzte Angabe beispielsweise:

Standort: Sinologie

Da klickst Du wiederum rauf und findest dann eine Kodierung, z.B. 502/A26

Du gehst daraufhin in die Bibliothek der Sinologie, siehst nach der Kodierung und findest das Buch. Wir haben sowieso nur eine Präsenzbibliothek, d.h. Du kannst das Buch nur in Ausnahmefällen (und über Nacht) nach Hause nehmen. Stattdessen kopiert man sich sie normalerweise.

Alles klar?
kutschis
Nov. 9th, 2006 10:00 pm (UTC)
Re: *help*
Ah, danke. Na, mal sehen, ob ich da fündig werde. Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht, ne? (Aber ist die Biblio der Sinologie nun im Erziehungswissenschaftsdings, oder versteckt die sich woanders?)

Und wegen dem anderen: war wohl besser. ^^;;
seidenstrasse
Nov. 9th, 2006 10:05 pm (UTC)
Re: *help*
Die Sinologiebibliothek ist direktemang neben der Japanologieb ibliothek, im selbsen Stock, Seit an Seit.
( 11 Kommentare — Kommentieren )