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An die Schüler und (angehenden) Lehrer

Der ein oder andere Leser hier plant ja, früher oder später zu unterrichten und einige von euch tun es ja sogar schon. Auch im Tandemunterricht kann das, was ich zu erzählen habe, sicher nützlich sein.
Dr. Hiroomi Fukuzawa, ein Sprachendozent an der Freien Universität, hat in einem seiner Kurse dieses Jahr ein sehr gelungenes Konzept eingeführt. Die Schüler setzen sich in kleinen Gruppen zusammen und nacheinander spricht jeder einen kurzen, spontan improvisierten Text in ein MP3-Aufnahmegerät (z.B. einen MP3-Player oder ein Mobiltelephon). Im Anschluß erzählt der Nachbar den Monolog nach und eventuelle Unklarheiten werden geklärt. Zu Hause dann nimmt jeder seinen Text und transkribiert akribisch alles, was er gesagt hat - jeden Fehler, jede Pause und jedes Äh. Hier tritt der erste Aha-Effekt ein, wenn man mitbekommt, wie oft man z.B. überlegende Geräusche macht oder innehält. Im nächsten Schritt korrigiert man den eigenen Text, soweit es einem möglich ist. Beide Versionen werden dann an Herrn Fukuzawa geschickt, der wiederum korrigierend eingreift.
Das ist, will ich meinen, eine sehr nützliche Vorgehensweise. Man lernt nicht an irgendeinem vorgegebenen oder selbst in Ruhe ausgearbeiteten Text, sondern bekommt klar die Fehler aufgezeigt, die man täglich, ohne es zu merken, macht.
Tragt es in die Welt, auf daß die Völker einander in Zukunft besser verstehen!