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Einweihung

The Reiskocher is back! Zur Einweihung hab ich mir ein besonders lecker scheinendes Rezept ausgesucht. Wer will, darf gucken.

Gutes Essen soll ja das neue Statussymbol sein.Collapse )

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So wohnt man hier

Seit unserem Umzug weg vom Campus in ein richtiges Wohnviertel habe ich Photos der Gebäude in unmittelbarer Umgebung gemacht, weil mich einiges daran fasziniert hat. Wer Lust hat, kann einen Photoeintrag dazu in meinem Arbeitsjournal lesen.

Liebe Leser ohne Livejournal-Account

Bisher habe ich die neuesten Einträge hier für eine Weile öffentlich belassen, weil ich den Lesern daheim die Möglichkeit geben wollte, bequem mitzulesen. Inzwischen tauchen aber auch öfter Bilder von Leuten außerhalb meiner Familie auf, die nicht unbedingt möchten, daß ihre Photos frei einsehbar sind. Deswegen werden viele der kommenden Einträge nur noch für diejenigen zu sehen sein, die einen Livejournal-Zugang haben. Wer keinen hat, aber trotzdem weiterlesen möchte, kann sich kostenlos einen Account erstellen. Und wer wiederum nicht weiß, wie das geht, hinterlasse hier einen Kommentar oder schreibe mir eine Mail, dann helfe ich gern.
Vielen Dank!
Nora
Im vorherigen Rezepteintrag habe ich auf die Schwierigkeit hingewiesen, Vollkornbrot in Japan zu finden. Da ich nicht täglich drei Mal Minibrot backen kann, mußte ich mir für mein Frühstück etwas anderes überlegen. Müsli war eine naheliegende Wahl, und so aß ich die ersten Wochen Instant-Haferflocken. Kann man machen. Nach ein paar Tagen waren Rosinen und Mandeln etwas zu langweilig und bei der Suche nach aufregenden Müslibeiliagen bin ich auf sogenanntes irish oatmeal oder steel cut oatmeal, zu deutsch: Hafergrütze, gestoßen. Ich glaube, ich erzählte bereits einmal davon. In Deutschland bekommt man das wohl ausschließlich im Reformhaus und auch da nicht zuverlässig. Etwas beschämt muß ich zugeben, daß ich mir das Zeug für teures Geld aus Irland schicken lasse, weil ich so begeistert davon bin und hier anderes europäisches Frühstück so schwer zu haben ist. Es schmeckt natürlich nach Hafer, aber hat eine kernige Konsistenz und nussigen Duft.

Natürlich kann man das auch mit dem Topf kochen, sogar etwas schneller geht es dann. Aber dafür muß man es natürlich ständig beobachten und umrühren. Ich stelle mir normalerweise die Timerfunktion meines Reiskochers, schütte Wasser und Grütze abends schon in den Kocher und habe dann morgens beim Aufstehen mein fertiges Oatmeal.

Rezept für 1 Person, beliebig multiplizierbar

1/4 Meßbecher Hafergrütze
1 Meßbecher Wasser

In den Reiskocher und die Kochfunktion auf "Reisbrei" stellen! Wichtig, wichtig, sonst kocht alles über und man hat eine Riesenschweinerei.

Hat es ausgekocht, könnte man zunächst annehmen, daß zu viel Wasser übrig ist, denn die Hafergrütze sinkt zu Boden. Man muß es aber nur einmal durchmischen und hat ein wunderbar cremiges Gemisch.

Und jetzt kommt die HauptsacheCollapse )

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Reiskocherrezept #13 - Mohrrübenbrot

Schon seit Monaten renne ich in Osaka umher und suche nach einem vernünftigen Vollkornbrot. Das ist fast hoffnungslos. Es gibt zwei vernünftige Brote in erreichbarer Nähe, aber das eine ist so groß wie ein halbes Toastbrot und kostet 4,20 Euro, das andere wird sowieso nur alle Jubeljahre gebacken. Folglich waren meine nächsten Ausflüge der Suche nach Vollkornmehl gewidmet. Wie nicht anders erwartet, war auch das nicht so einfach. Einige Supermarktangestellte hatten noch nie davon gehört und boten mir nacheinander mehrere andere Mehlsorten an (von denen es nämlich viele gibt, die sich aber kaum unterscheiden). Aber letztlich habe ich doch Vollkornmehl gefunden, und so kam wieder der Reiskocher zum Einsatz:

40g Mohrrübe
70g Vollkornmehl
1 Ei
20ml Milch
1/2 TL Zucker
1/2 TL Salz
1/2 TL Backpulver


1. Die Möhre kleinraspeln
2. Alles vermischen, in den Kocher und anstellen



Das japanische Originalrezept hat natürlich weißes Mehl und mehr Zucker, weil hier Brot in der Regel süß genossen wird. Das Brot, das am Ende rauskommt, ist ganz schön klein und man kann gut gleich mehrere backen. (Wenn man mehr Teig in den Kocher gibt, wird das Endprodukt nicht so durch oder zu dunkel am Boden.) Wer einen größeren Reiskocher hat, nimmt:

100g Mohrrübe
150g Mehl
2 Eier
40ml Milch
1 TL Zucker
1 TL Salz
1/2 EL Backpulver

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Osaka, Stadt des Bunraku-Theaters

Gestern habe ich das erste Mal eine Puppenspiel-Aufführung im Nationalen Bunraku-Theater angesehen. Sehr faszinierend. Im Laufe meiner Forschung hatte ich zwar schon ab und zu Manuskripte dafür in der Hand, aber es selbst zu sehen, war noch einmal völlig anders. Im Grunde genommen besteht die Aufführung aus drei Bestandteilen: Dem Sprecher, der die gesamte Textarbeit hat, d.h. alle Charaktere intoniert und die Bühnenanweisungen und Erklärungen, auch Gedichte, spricht. Neben ihm sitzt ein Musiker mit Shamisen, das ist ein dreisaitiges Instrument. Er begleitet auf weite Strecken den Sprecher und die Figuren. Die Puppen werden von einer schwarz verhüllten Person (unwichtige Figuren) bzw. von zwei Verhüllten für den linken Arm und die Beine und einer einem Unverhüllten für Kopf und rechten Arm (wichtige Figuren) bedient. Mir gefällt am besten die kleine Klapp-Bühne, auf der der Sprecher und der Shamisen-Spieler sitzen.

Ein Sprecher, der leider niemanden gefragt hat, wie man »ningyô jôruri«, also diese Form des Puppentheaters, richtig ausspricht, verdirbt es ein bißchen, aber hier kann man eine kleine, interessante Einführung zu Bunraku bekommen.



Ich muß noch mal sagen, daß es noch etwas ganz anderes ist, dabei zu sein, wie abgedroschen das auch klingen mag. Selbst, wenn man kein Wort Japanisch spricht, sollte man sich bei Gelegenheit hineinsetzen. Ich komme da mit meinen Kenntnissen nämlich auch nicht weit, durch dieses archaische Japanisch, das zudem im Osaka-Dialekt gesungen wird. Stattdessen liest man am besten vorher, worum es geht und genießt dann die Eindrücke.
Jetzt hab ich Lust, meine Dissertation über Bunraku zu schreiben. Naja, die nächste dann.

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Vortrag in Zürich

Mein Abstract dafür steht jetzt im Arbeitsjournal. Jetzt müßt Ihr nur noch alle nach Zürich kommen! :)

Rehverschmutzung

In Nara ist alles voller Rehe. Ich hatte davon gehört, mir aber eingebildet, da die bestimmt in einem abgegrenzten Gelände ansässig sind, wie man es von Rehen gewöhnt ist. Stattdessen stolzieren sie durch die ganze Stadt. Hier ein kleiner Bericht unses Ausflugs. Read more...Collapse )
Damit meloenchen nicht weiter ungestraft verbreiten kann, daß ich hier in Japan keinen Kuchen backen könne:

Blaubeerkuchen

100g Mehl
1/2 EL Backpulver
2 Eier
100g Blaubeeren
50g Zucker
25g Butter

1. Mehl und Backpulver vermischen
2. Butter weich machen, z.B. durch Kurzerhitzen in der Microwelle
3. Alle Kuchenzutaten in einer Schüssel vermischen und in den Kocher gießen

Custard Sauce

1 Eigelb
80ml Milch
2EL Zucker
1 EL Brandy

1. Alle Zutaten für die Sauce in einem Gefäß mischen, eventuell durch ein Teesieb schütten und in ein feuerfestes Glas gießen
2. Das Gefäß in die Mitte der Kuchenzutaten stellen und den Kocher anstellen
3. Nachdem es fertig ist, die Sauce noch einmal durchrühren


So stellt man es rein...


und so holt man es raus.


Evaluation: Ehrlich gesagt, habe ich das nur der Custard Sauce wegen gemacht, die ich liebe, die aber sonst nur schwer herzustellen ist. Was am Ende raus kam, erinnerte mich aber weniger an die hier übliche Custard Creme als an Eierlikör. Gerade habe ich nachgeguckt und festgestellt, warum das so ist: Es ist Eierlikör. Nun gut, nun gut. Ich finde auch noch heraus, wie man Custard Creme richtig macht. Bis dahin schmeckt der Kuchen trotzdem gut. Ich mußte den Kocher übrigens 2x anstellen; nach einem Mal war es noch zu flüssig.

Zur Aufmunterung sehe man sich bitte dieses Sinnbild alles Schönen an.

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Es gab lange keine Rezepte mehr von mir. Einerseits habe ich die alten Rezepte erneut gekocht, um die Zutaten in unserem Kühlschrank aufzubrauchen. Ein neues Rezept habe ich zwar auch probiert, aber es war nicht besonders gut. In der Annahme, etwas falsch gemacht zu haben, habe ich es erneut zubereitet, leider mit unverändertem Ergebnis. Das Rezept bleibt Euch damit vorenthalten. Die Pudding-Kreation habe ich noch einmal mit Kokosmilch und mit untergerührter Banane gemacht; sehr zu empfehlen.

Heute gab es etwas, dessen Hauptzutat im Asiashop oder im Internet gekauft werden muß: eine Taro-Kartoffel oder Satoimo. Auch Hühnerhack ist in Deutschland nicht leicht ohne Fleischwolf zu bekommen; ich glaube aber, man kann beim einem Fleischer nachfragen, ob er eine Hühnerbrust zerkleinert. Ansonsten ist das Rezept denkbar einfach:



4 Taro-Kartoffeln (Satoimo)
80g Hühnerhack
2 EL Sake
1,5 EL Soyasauce
1 EL Zucker
150ml Wasser

1. Die Satoimo(s) waschen und schälen, in stäbchengerechte Stücke schneiden.
2. Alle Zutaten in den Topf füllen und anstellen.
3. Wenn die Sauce zu flüssig scheint nach dem Fertigkochen, kann man nach Belieben 1/2 EL Kartoffelstärke mit 1 EL Wasser vermischen und gleich nach dem Öffnen des Reiskochers hineinmischen.



Evaluation: Nora: Lecker! Felix: Schleimig! Nora: Schleimig, daher lecker! Man muß mögen, daß die Stärke in den Satoimo diese Wurzel etwas - sagen wir's ruhig - schleimig macht. Ich liebe das, aber mein Mann nicht. Wer zur Schleimigkeit ein unzweideutig gespanntes Verhältnis hat, kann das Gericht auch mit Kartoffeln kochen. Aber dann ist es nicht mehr so toll!

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Zwischenmeldung aus der Ferne

Es gibt nichts beeindruckendes zu berichten, aber passiert ist doch einiges. Zum einen beim Herrn Sohn. Seitdem er krabbeln kann, macht er es unentwegt und mit sichtlichem Vergnügen. Er weint auch längst nicht mehr so viel wie zuvor, als er noch unter Rückenschmerzen gelitten hat und wir können ihn mittlerweile ins Restaurant mitnehmen, ohne uns Sorgen zu machen, ob er dort anfängt zu weinen. Stattdessen machen wir uns Sorgen, ob er die Tellerchen vom Dreh-Sushi herunterzieht, denn stehen kann er seit ca. zwei Wochen ebenfalls.

Die Uni hat nun Ferien und der Campus ist voll von neuen Unianwärtern, die sich auf die Eingangsprüfung vorbereiten müssen. Die Osaka-Universität ist die dritte im japanischen Uni-Ranking und deswegen gar nicht leicht zu erreichen, wenn man kein Ausländer ist. Ich habe jetzt erst einmal eine Runde Pause und hoffe, in meiner Arbeit und bei der Redevorbereitung voranzukommen - am 27. März halte ich einen Vortrag an der Universität Kyoto zu meinem Dissthema, zu allem Überfluß auf Japanisch. In den letzten Wochen hat mich mein Sohn leider wenig schlafen lassen, so daß mir an Konzentration mangelte und Fortschritte nur begrenzt möglich waren.

Bis auf Schlaf- und Zeitmangel ist hier einfach alles perfekt. Die Wohnung, die Unterstützung, die Bibliothek, das Essen, der Sohn und das Familienleben sowieso. Zum Sightseeing fehlt die Zeit, aber das wird nachgeholt, wenn die ersten Gäste hier sind. Ende März kommt meine Mutter her und ich zeige Ihr endlich mal, wovon sie schon seit Jahren die Ohren vollgesappelt bekommt.

Noch ein paar unvermeidliche JamesbilderCollapse )
Japaner essen gerne Pudding, den sie PRINNN nennen. Überall gibt es Vanille-Pudding und Milchpudding. Bisher habe ich zwar über alle gelacht, die sich Griesbrei fertig kaufen, denn nichts ist leichter als Griesbrei zubereiten. Aber ich wußte nicht, daß man auch Pudding relativ einfach selbst machen kann. (Natürlich nur mit Reiskocher!) Und das geht so:

1 Ei
100ml Milch
2 EL gezuckerte Kondensmilch
Rohrzucker (anderer geht auch)

1. Ei, Milch und Kondensmilch zu einer einheitlichen Flüssigkeit verrühren, zur Not durch ein Sieb gießen.
2. Zucker auf den Boden eines hitzebeständigen Schälchens geben, die obige Masse vorsichtig draufgießen und das ganze mit Klarsichtfolie abdecken.
3. In den Reißkocher stellen und mit heißem Wasser umgießen, bis der Wasserstand etwa 70% der Höhe des Schälchens (von außen natürlich!) erreicht hat.
4. Den Reiskocher für 20 Minuten anstellen.


Ward je ein Pudding schöner gestürzt?


Evaluation: Da kommt tatsächlich Pudding raus, ich war fasziniert. Anders als bei selbstgemachtem "deutschen" Pudding wird die Festigkeit durch Ei und nicht durch Stärke hergestellt, was das ganze etwas cremiger macht. Allerdings war er mir nicht süß genug, das nächste Mal werde ich also auch noch Zucker unterrühren. Der Zucker unten im Schälchen schmilzt und sorgt dafür, daß sich der Pudding verhältnismäßig leicht stürzen läßt und man eine Art Sauce hat.

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Mir wurde zugetragen, daß ich nicht immer nur übers Essen schreiben soll. Momentan passiert hier aber nichts anderes. Wir lesen, schreiben und bewundern unseren Sohn. Deswegen schon wieder ein Rezept!

400g Fleisch für Schweinebraten aus der Schulter
200g Ananas
200ml Weißwein
1 große Zwiebel
5 EL Zucker
4 EL Soyasauce
Etwas Salatöl
Etwas Salz
Etwas Pfeffer

1. Fleisch salzen und pfeffern und zusammenrollen mit Draht oder Küchengarn
2. Die Ananas in 2cm große Stücke schneiden, die Zwiebel vierteln
3. Das Fleisch ins Salatöl kurz anbraten, bis die Farbe wechselt.
4. Alle Zutaten in den Reiskocher schupfen und anstellen.
5. Nach 30min prüfen, ob das Fleisch gar ist und es in dem Fall in mundgerechte Stücke schneiden, die anderen Bestandteile trennen und auf einem Teller servieren.



Evaluation: Das Rezept ist für einen 5-Meßbecher-Kocher ausgelegt; ich habe es trotzdem in meinen 3-Meßbecher-Kocher gekocht. Resultat war, daß es nicht so richtig weich wurde nach 30min und viel Sauce übrigwar. Ich habe es deswegen noch einmal angestellt, bis das Fleisch schön weich war. Durch den Zucker ist es ein sehr süßes Gericht; man kann ihn aber getrost reduzieren, ohne, daß es weniger gut schmeckte danach.

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200 Frischkäse
100g Seidentofu
2 Eier
1,5 EL Schwarzreisessig oder Zitronenessig (jeder fruchtige, nicht zu saure Essig geht)
70g Zucker
4 EL Kartoffelstärke
1 EL Brandy (Cognac oder Aroma geht wohl auch, ich hab's ganz weglassen müssen)

1. Den Tofu, um den Tofugeruch zu mindern, in heißem Wasser 2 min bei kleiner Flamme erwärmen. Dann herausnehmen und sanft mit kaltem Wasser übergießen.
2. Alle Zutaten im Mixer zu einer flüssigen Masse verrühren.
3. In den Reiskocher und anstellen. Wenn er nach Ende der Zeit nicht erhärtet ist, auf "Warmhalten" stellen.

Die Mengenangaben sind für einen Reiskocher, der fünf Meßbecher Reis faßt. Meiner hier faßt nur 3 Meßbecher, deswegen habe ich alle Zutaten bis auf die Eier halbiert, und vom Stärkemehl habe ich nur etwas weniger genommen. Nachdem mein Reiskocher fertiggekocht hatte, mußte ich die Masse noch 30 min warmhalten, bis sie fest war. Achtung: Es gibt sehr verschiedene Tofuarten. Für dieses Rezept braucht man den pudding-weichen Tofu. (Auf japanisch heißt der 絹漉し豆腐 kinugoshi tōfu, auf Chinesisch 嫩豆腐 nèn dòufu.)



Evaluation: Als ich die Zutaten zu diesem »Käsekuchen« gelesen habe, wußte ich schon, daß ich das mal ausprobieren muß. Tofu! Tatsächlich schmeckt man das am Ende kaum heraus. Allerdings schmeckt das Endergebnis auch nicht so wie ein deutscher Käsekuchen, sondern eher wie eine Art Quarkpfannkuchen. Dabei ist gar kein Quark drin. Sondern Tofu! Aber das schrieb ich vielleicht bereits. Wird jedenfalls bei mir unter »geglücktes Experiment« verbucht.

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Reiskocher-Rezept #7: Bratapfel

Warum gibt es eigentlich ein Bratapfelrezept für den Reiskocher? Ganz einfach: Japaner haben in der Regel keinen Ofen, sondern nur Herdplatten und eine Toast/Grill-Kombination. Wenn man etwas backen möchte, muß man eben improvisieren. Und das geht so:

1 Apfel
1 EL Zucker
15g Butter
50ml Weißwein
2-5 Backpflaumen (oder Rosinen)
etwas Zimt

Zubereitung:

1. Apfel entkernen, bei Durchbruch mit einer Pflaume ausstopfen
2. Mit Butter und Zucker in abwechselnden Schichten füllen, zuletzt den Zimt obenrauf.
3. Mit Pflaumen verschließen.
4. In den Reiskocher tun und mit Weißwein umgießen. Anstellen und 30 Minuten warten.





Evaluation: Ich habe noch nie Bratapfel mit Weißwein gedünstet (der hier übrigens ein kleines Vermögen kostet). Schmeckte sagenhaft gut! Wer noch etwas Lust auf Weihnachtsgefühle hat, sollte das ausprobieren, zur Not auch im Kelomat Futura.

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Langsam entwickelt sich das hier zu so einer Art Hausfrauenblog. Aber da das Kochen momentan das Aufregendste hier ist, mache ich munter weiter. Dieses Mal wieder etwas mehr Arbeit Verursachendes:

120g Gelbschwanz (Hier heißt er BURI und ist überall verfügbar, wie es in D damit aussieht, weiß ich nicht.)
150g (Riesen)Rettich
100ml Wasser
3x 2-mm-Scheiben Ingwer
Grüner Teil einer Frühlingszwiebel
3 EL Sake
1 EL Zucker
3 EL Soyasauce

1. Den Rettich schälen, ein Drittel kleinreiben.
2. Den Restrettich in etwas größere Stücke schneiden, ebenso den Gelbschwanz. Die Frühlingszwiebel in der Hälfte teilen.
3. Rettich kurz in heißes Wasser tauchen.
3. Durch das gleiche Wasser kurz den Fisch ziehen, danach sofort ins kalte Wasser tauchen.
4. Alle Zutaten in den Reiskocher stecken und anstellen.

Wenn man eine Reibemaschine hat für den Rettich, macht sich das Gericht wesentlich leichter. Es muß ziemlich fein gerieben werden, so daß eigentlich keine richtigen Stücke übrigbleiben. Den Fisch zieht man durchs heiße Wasser, damit er weniger fischig schmeckt. Beim Rettich muß ich allerdings passen, da weiß ich nicht, warum man das tun soll. Nachdem man fertig ist, stellt man es warm und bereitet Reis zu.



Evaluation: Mir schmeckte das gut, meinem Mann nicht so sehr. Schuld ist möglicherweise der geriebene Rettich. Ich liebe in Saucen die kleinen Rettichstückchen, die alles frischer, aromatischer und auch angenehmer auf der Zunge machen, aber sie geben den Gerichten einen bestimmten Geschmack, den Felix »muffig« nennt. Er ist natürlich NICHT muffig! Aber das müßt Ihr selbst ausprobieren.

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Reiskocher-Rezept #5: Kohl-und-Speck-Suppe

Zutaten für eine Person:

1 dicke Scheibe Chinakohl
5 Scheiben Bacon
1/2 TL Salz
300ml Wasser
1 Lorbeerblatt
Etwas Pfeffer
Milch beliebig

1. Den Kohl und den Schinken in feine Streifen schneiden.
2. Mit den restlichen Zutaten in den Reiskocher kippen und anschalten.
3. Nach 30-40 Minuten gucken, ob es schon fertig aussieht und entsprechend handeln. Dann mit Milch und Pfeffer abschmecken.



Evaluation: Ganz gut, aber mir ist nicht der Hut hochgegangen. Schmeckte eben wie Kohlsuppe mit Speck! Und geht mit einem Topf sicher genauso gut. Aber da es hier schon vorgeschnittenen Kohl gibt, ist das wieder mal ein einfaches Hausmannskost-Rezept, das sich schnell zubereiten läßt.

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Nicht zur Nachahmung geeignet nicht etwa deshalb, weil es nicht schmeckte. Im Gegenteil - das war sehr lecker und das bisher einfachste »Rezept«, wenn man das so nennen kann. Allein, es fehlen die Zutaten außerhalb Asiens.

Eines der besten Beispiele für die Differenz zwischen Fremdwahrnehmung und Tatsache ist das japanische Essen. Außerhalb denkt man an Fisch, zumal roh, vielleicht noch an Nudelsuppe. Tatsächlich essen Japaner aber die meiste Zeit Curry, Gulasch und Schnitzel. Ein Essen, was aber tatsächlich jederzeit und buchstäblich überall heiß verfügbar ist, heißt "oden". Read more...Collapse )
Vor längerer Zeit habe ich schon mal ein Rezept für Saba no Miso Ni hier eingestellt, mit Videoanleitung. Das war so richtig japanische Kochkunst mit allen Spiränzchen. Jetzt kommt das Rezept, wo man einfach alles zusammenwirft:

1/2 Makrele
3x 2mm-Scheibe Ingwer
1/2 Frühlingszwiebel (grüner Teil)
100ml Wasser
4 EL Sake
1,5 EL Miso (hell oder normal)
2 EL Zucker
1/2 TL Soyasauce

1) Makrele in zwei bis drei Teile schneiden, in der Hälfte teilen, entgräten und in heißem Wasser kurz einweichen. Die Frühlingszwiebel teilen.
2) Alle Zutaten zusammen in den Reiskocher legen und anstellen.
3) Sollte nach 40 Minuten der Kocher noch nicht fertig sein, öffnen und sich von der Situation überzeugen. Ist die Sauce dickflüssig eingekocht, so ist das Saba no Miso Ni bereit zum Essen.

Dazu kann man - was sonst - Reis essen, den man am besten danach macht und frisch auf den Tisch stellt.



Evaluation: Lecker! Besser als meine anderen zwei Saba-no-miso-ni-Versuche, obwohl es viel viel einfacher war. Alles ist so schön weich und herzhaft-süßlich geworden, wie ich es aus dem Restaurant kenne. Das Mischungsverhältnis war wirklich gut, selbst Kochnulpen wie ich können da offenbar nichts falschmachen.

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Milchreis kann man natürlich mit einem Topf ganz einfach machen, dazu braucht man keinen Reiskocher. Aber ich habe nun mal diesen schicken neuen Reiskocher und dachte, es ist nicht schlecht, den mit einem Rezept einzuweihen, das Japaner selbst bei Todesandrohung nicht zubereiten würden. Mit normaler Milch geht das im Reiskocher nicht so gut, weil sie überkocht, aber dafür funktioniert folgendes Rezept (notiert für niesi1909):

1 Meßbecher Sushi-Reis oder Milchreis-Reis (Wie groß der Meßbecher ist, ist letztlich nicht so wichtig; wichtiger ist das Verhältnis.)
2 Meßbecher Wasser
1 Meßbecher Kokosnußmilch
10 halbierte getrocknete Pflaumen (Rosinen gehen auch)
1 Apfel, geschält, entkernt und in Stücke geschnitten
1 Prise Salz
1 Prise Muskat

Zutaten 1-7 zusammen in den Reiskocher geben und kochen.

1 Tube gezuckerte Kondensmilch (130ml)
1/2 Vanilleschote, kleingerieben
1 großes Stück Zitronenschale
2 Eßlöffel Butter

Wenn der Reis fertig gekocht ist, diese restlichen 4 Zutaten dazurühren und auf "warmhalten" stellen. Nach etwa 10 Minuten die Zitronenschale herausnehmen - nun ist es fertig und oberlecker! Wer will, kann noch Zimt draufmachen, aber es schmeckt schon so sehr aromatisch. Reicht für 4 normale Personen oder für 2 von uns.

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Arbeitsjournal - Nachtrag

Die Benachrichtigungen darüber sind mir etwas in Vergessenheit geraten, aber es gibt endlich wieder einige neue Einträge in meinem Arbeitsjournal. Ein interessanter Beitrag für Nicht-Japanologen ist vielleicht der zu Fritz Kummers Japanreisetagebuch vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

Herzlichen Dank für Ihre Anfrage

Osaka, Osaka, Osaka. Es gibt ja so viel vorzubereiten.

Mittlerweile bin ich wenigstens offiziell an der Uni angenommen und habe – das ist der Oberhammer, gelinde gesagt – auch eine Familienwohung im Studentenwohnheim. Da kann man auf 56 voll möbilierten Quadratmetern im erdbebensicheren Neubau im Park am TEICH! für 140 Euro pro MONAT wohnen! Irre oder was?! Dafür mußte ich mich etwas umständlich bewerben und nachts um 4 ganz schnell ein japanisches Formular ausfüllen, aber es hat sich sowas von gelohnt. Es gab nämlich nur eine einzige verfügbare Wohnung dort. Und die haben wir. Aber das sagte ich wohl schon.

Leider können wir da erst ab 10. Januar einziehen, was uns fast einen Monat Wohnungslosigkeit beschert. Deswegen habe ich in den letzten Wochen Hotelrecherche betrieben und wie eine Wahnsinnige Anfragen versendet. Mittlerweile glaube ich, ein schönes und vor allem günstiges Hotel gefunden zu haben, das sogar einen natürliches Thermalbad beherbergt und gut gelegen ist. Die billigen Jugendherbergen und Gästehäuser nehmen leider in der Regel keine Kinder, weil die ihnen zu laut sind.

Nächste Herausforderung wird Felixens Visum. Dafür muß man nachweisen, daß er sich ein Jahr lang in Japan finanzieren kann. Weil mein Stipendium und sein Gehalt dafür laut Botschaft nicht ausreicht (die wissen ja nichts von unserer Miete!), wurde uns von der Botschaftstante geraten, von Verwandten 14.000 Euro auf sein Konto überweisen zu lassen und dann den Kontoauszug mitzubringen. Danach könne das Geld wieder runter. So ein Kokolores.

Und wenn das alles geschafft ist, müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir die Haushaltsauflösung hinbekommen.

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Berliner Kindle

OK, schlechter Kalauer. Nach dragonaphs Eintrag und mannigfaltigen Empfehlungen habe ich jetzt auch so ein Teil. Schick isset ja. Am Anfang habe ich eine Weile versucht, die bedruckte Folie vom Display zu ziehen, ehe ich geschnallt habe, dass da gar keine drauf ist, sondern das Display selbst aussieht, als zeigte es Gedrucktes an. Die E-Ink-Technologie ist also schon einmal sehr ueberzeugend.

Aber es ist auch etwas schwerer als erwartet, insbesondere nachts, wenn man das Licht benötigt und deswegen die Lederkladde herumspannen muß. (ina hatte mich diesbegzüglich aber schon vorgewarnt.) Internet in Grautönen ist mir dagegen sehr willkommen, wenn auch in der Navigation gewöhnungsbedürftig. (Allerdings finde ich es ein bißchen billig von Amazon, einen Browser mit Mängeln zu programmieren und sich dann aller Probleme zu entledigen, indem sie ihn in der Kategorie "experimental" ablegen.) Immerhin aber schreibe ich gerade diesen Eintrag, was ich mit meinem Schlaufon nur schwer hinbekomme. Auch freut mich, daß es eine echte Tastatur gibt - die virtuellen sind doch immer umständlicher.

Mit der Markier- und Kommentarfunktion muß ich in Zukunft noch experimentieren, aber das scheint mir ganz vielversprechend zu sein. Vor allem das automatische Abspeichern alles Markierten in einer extra Datei ist sehr sinnvoll für meine Arbeitstexte. Aber momentan steht mir der Sinn nicht so sehr nach Arbeit, deswegen kann ich dazu noch nicht allzu viel sagen.

Meine PDFs kann es gut lesen, nur die, die als Bilder eingescannt sind, sind dann etwas umständlicher. Ich muß mal sehen, wie man PDFs, bei denen zwei Buchseiten eine PDF-Seite sind, in der Mitte aufteilen kann, so daß man sich Seite für Seite anzeigen lassen kann. Weiß jemand, ob und wie das geht?


Wie bekomm ich nur die vermaledeite Folie ab?!

Man muß seine Fehler selbst machen

Überall steht: schonen, schonen, schonen. Aber ich bilde mir natürlich ein, daß das nur für andere Leute gilt. Auftritt: Mein erster Kreiskaufzusammenbruch! Phantastisch.

Heute ist James einwöchiger Geburtstag und ich wollte eigentlich viel schreiben. Stattdessen hier nur diese Kurznachricht vom Schlaufon und ein Bild.

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Werkstattgespräche

Heute hatte ich Lust auf ein bißchen Layout-Tüftelei und mein Arbeitsjournal hat dadurch ein neues Aussehen; ein bißchen sachlicher, aber auch etwas übersichtlicher und mit mehr Funktionen. Außerdem gibt es zwei neue Einträge: Eine kleine Biographie von Inoue Hisashi und eine ebenfalls kleine Einführung darin, was man unter der japanischen Literaturform Gesaku versteht. Da meine Dissertation sich genau um diese beiden drehen wird, schien es nicht verkehrt, einmal die Grundlagen zu klären.

Noch mehr zu Fukushima und den Medien

Eigentlich wurde schon alles gesagt - nur kommt es nicht überall an. Ich habe im Arbeitsjournal deswegen noch einen Eintrag verfaßt, der ein paar gute Beiträge vorstellt, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden.
Über etwaige Kommentare würde ich mich wenn, dann im Blog selbst freuen.

101 Fragen an Goethe

Diesmal rezensiert im Arbeitsjournal.
Nächstes Mal schreibe ich wieder Mal was anderes als einen Verriß, ich versprech's!

Muttis Fleischbude

Ich kann kochen!

Naja. Nicht so wirklich. Aber heut habe ich ein Rezept meiner japanischen Schülerin ausprobiert - geht ganz einfach und schmeckt sagenhaft.

Fleischklöße:Sauce:
500g Hackfleisch vom Schwein
3 EL Semmelbrösel
3 Frühlingszwiebeln, in feine Ringe geschnitten
2 Eigelb
Pfeffer
Salz
2 EL Soyasauce
1 EL Mirin
1 EL Sake
1 Messerspitze Kartoffelstärke
eventuell etwas Zucker


1. Alles für die Fleischklöße mischen. Kleine flache Klößchen formen.
2. Braten. Bei mir geht das ohne Fett in der beschichten Pfanne und schmeckt nicht minder gut.
3. Klöße aus der Pfanne nehmen, das Feuer kleinstellen.
4. Alles für die Sauce mischen und in die Pfanne kippen. Ziemlich schnell wird alles einkochen.
5. Klöße dazu und wenden. Wenn Stärke dabei war, klebt es sehr schnell an den Klößen.

LECKER! 

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Update des Arbeitsjournals

Noch ein paar Ergänzungen zum DOT in Marburg und Teil zwei meiner Überlegungen zu Dialekt-Dichtung habe ich ins Arbeitsjournal geschrieben.

Großes Tennis

Das ist wahrscheinlich das erste und letzte Mal, daß ich eine Werbecampagne verlinke, aber das hier, meine Freunde, ist einfach großartig.

http://www.youtube.com/watch?v=4ba1BqJ4S2M

Ihr könnt mir gerne sagen, was bei Euch funktioniert hat! Ich poste meine Liste heute Abend in die Kommentare hier.
Großartig!